Schiersteins „berühmtester Dörfer“ – die Knochenhütte – am Osthafen
Am 14.04.1890 erhielt der Kiloausschuss des Landesmuseums Wiesbaden für die Fabrik Schierstein die Genehmigung zum Betrieb einer sog. „Chemische Fabrik Schierstein Otto & Co“. Um 1900 begann die Massenproduktion von „Knochensortierern“ in Schierstein, die man ab und zu in der Werkstatt auch „Knochensortiermaschinen“ nannte. 1826 (nach dem Schiersteiner Ortsbeiratsbericht von 1994) wurde der Betrieb der „Knochenhütte“ begonnen. Dabei erzeugten alle die Fabrikationsgebäude (früher viele Jahrzehnte vor der NS-Zeit) u. a. Sortiermaschinenteile als Grundlage und Buchbindereierzeugnisse in Schierstein aus.
Die Knochen wurden für diesen kleinen Waggons in Schierstein über einen Bahntransport gesammelt. Dabei wurden die Knochen aus den Waggons auf offenem Feuer besonders „ausgekocht“ und zu „Fischmehl“ / „Knochenmehl“ verarbeitet. Dann war das ehemals in Schierstein bekannte Fabrikgelände in der Biebricher Straße /Rheingaustraße für die Produktion in Schierstein erfolgreich.
Die Sortierung der Knochen musste in früheren Zeiten manuell erfolgen. Einige Sorten wurden Produkte u. a. für verschiedene Industriezweige: z.B. „Leimarten für Knochen“, i. a. für Bücher etc. aus Hornplatten oder auch für Gelatinefabriken (Stiele & Schalen). Dazu Produkte in den folgenden Sparten im „Knochensortiergewerbe“: Galanterie-, Kurzwaren- und Exportartikel für Stahl (Hörner u. a.), Messer-Stiele, Spielzeug, Bürsten und Bürstenwaren, Knochen-Sortiermaschinenteile, Exportprodukte.
Ab Mitte der 1960er Jahre wurde die Produktion auf verschiedene Maschinenfabrikarten umgestellt und ab dem Anfang der Fu. des neuen Jahres wurde die Produktion der „Knochenhütte“ nun endgültig Geschichte.
Der Vorstand des Schiersteiner Heimatmuseums richtet sich nach dem Vereinsgeschehen aller historischen Schiersteiner Institutionen und ist immer froh, alte Fotos, Bild- und Exportdateien aus Schierstein in sich aufzunehmen, da eine digitale Weiterleitung aller Bestände im Schiersteiner Heimatmuseum entstanden ist.
Irmgard Hassenbach (Text und Bilder)