DSL 2026 – Ein Jahr in einer Jurte
In den ersten beiden Sommerferienwochen fand auf dem Bundeszeltplatz des BDP (Bund der Pfadfinder und Pfadfinderinnen) in der Nähe von Kassel, das Diözesan Sommerlager der Diözese Limburg statt. 450 Pfadfinder und Pfadfinderinnen (und ein Klavier) kamen für 12 Tage aus der ganzen Diözese (das ist so etwas wie ein katholisches Bundesland) zusammen und verbrachten ein symbolisches Jahr miteinander. Jeder Tag war ein anderer Monat und so wurde auch mitten im realen Hochsommer z.B. Ostern, St. Martin und Weihnachten gefeiert. Vor allem der St. Martinsumzug durch das gesamte Lager, mit einem St. Martin auf einem improvisierten Pferd, vielen Fackeln, selbstgebastelten Laternen und einigen Gitarren war sehr gelungen. Bereits vor dem offiziellen Start reisten Gruppenleiter aus Schierstein an und halfen beim Aufbau der Infrastruktur. So wurden Wasserleitungen gelegt und Lichterketten als nächtlicher Wegweiser an den Wegen angebracht. Was es bedeutet wenn man ein so großes Lager organisiert, wurde uns klar, als der erste (!) LKW mit 3,5t Lebensmittel abgeladen werden musste.
Auf dem Zeltplatz standen einige Fachwerkhäuser, die mit der traditionellen Kleidung und Zelten der Pfadfinder*innen ein sehr schönes und geschlossenes Bild ergaben. Dennoch wurde es nicht versäumt, auch moderne Einflüsse mit aufzunehmen. So gab es im Vorfeld einen eigenen Podcast und auf dem Lager selbst eine eigene digitale Radiosendung. Ebenso gab es ein Team an Leuten, an die man sich wenden konnte, wenn es einem mental mal nicht gut ging.
Aus den ersten Tagen ist besonders die erste Nacht in Erinnerung geblieben. Alle hörten ein rascheln im Leiterzelt und jeder dachte, es sei einer von uns. Als dann doch irgendwann mal jemand aus einem Schlafsack kroch um nachzusehen, stellte sich heraus, dass ein Waschbär ins Zelt geschlichen war und ganz genüsslich unser letztes Schokohörnchen verspeiste. Dieser Vorfall schaffte es sogar in die Lagerzeitung und sorgte für allgemeine Erheiterung.
Neben vielen Highlights – für manche war es der gutsortierte Lagerkiosk und für andere ein im Wald gefundenes Fahrrad – war ein besonderes Höhepunkt für die Jugendlichen der Pfadfinder- und Roverstufe aus unserem Stamm mit Sicherheit die unternommen Hikes (Wanderung mit Übernachtung). Die Pfadfinderstufe bestieg bei Sturm und Nebel den Brocken (siehe Bild) und schlief unter freiem Himmel in einer Burgruine. Die Rover*innen eroberten die Wasserkuppe und fanden eine Unterkunft, in der sie direkt vor einem brennenden Kamin schlafen konnten.
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